Das Böllerschießen – im bairisch-österreichischen Raum auch „Prangerschießen“ genannt – blickt auf eine traditionsreiche Geschichte zurück, die bis ins ausgehende 15. Jahrhundert reicht.
Seit jeher galt das Böllern als besonderer Ehrenbeweis. Herrscher und hohe Würdenträger wurden mit Salutschüssen empfangen. Gleichzeitig diente es früher auch als Warnsignal: Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts machten Bergbauern in abgelegenen Regionen durch Böllerschüsse auf Brände oder andere Gefahren aufmerksam.
Darüber hinaus hat das Böllern eine symbolische Bedeutung: Es soll böse Geister vertreiben und wichtige Ereignisse mit einem kraftvollen Zeichen begleiten.
Das Böllerschießen findet traditionell zu besonderen Anlässen statt, unter anderem:
Hochzeiten (von Vereinsmitgliedern)
Kirchweihen
Rauhnächte, insbesondere an Heiligabend und Neujahr
Ostern
Sonnwendfeiern
Schützenfeste
Beerdigungen von Kriegsveteranen oder langjährigen Vereinsmitgliedern
Ehrensalut für besondere Gäste aus Politik oder Sport
Fronleichnamsprozessionen und Hagelprozessionen
Volkstrauertag (insbesondere in süddeutschen Regionen)
Zudem finden in vielen Regionen regelmäßig Böllerschützentreffen statt.
Das Böllerschießen unterliegt in Deutschland strengen rechtlichen Vorgaben.
Voraussetzungen sind unter anderem:
Mindestalter 21 Jahre (Ausnahme möglich ab 18 Jahren)
Körperliche und geistige Eignung
Unbedenklichkeitsbescheinigung der zuständigen Behörde
Erfolgreiche Teilnahme an einem anerkannten Fachkundelehrgang
Bedürfnisbescheinigung eines Schützenvereins
Erlaubnis nach § 27 Sprengstoffgesetz (gültig 5 Jahre)
Geprüftes Böllergerät mit Beschussprüfung (alle 5 Jahre)
Haftpflichtversicherung mit mindestens 1 Mio. Euro Deckungssumme
Für Mitglieder von Vereinen, die dem Bayerischer Sportschützenbund e. V. angeschlossen sind, besteht im Rahmen der Gruppenversicherung Versicherungsschutz für Veranstaltungen im direkten Zusammenhang mit dem Böllerschießen.
Unabhängig davon ist eine private Haftpflichtversicherung erforderlich, insbesondere für den Transport und die Aufbewahrung von Böllerpulver im privaten Bereich.
• Einer Sage nach probten die Hornberger (Schwarzwald) so lange
ihre Böllerschüsse für die Ankunft des Fürsten (wahrscheinlich
Eberhard Ludwig 1677-1733), bis ihnen schon vor dem hohen
Besuch das Pulver ausging, wodurch sich auch das Sprichwort Das
ging aus wie das Hornberger Schießen ..." abgeleitet haben
könnte.
Damit das Böllerschießen auch in Zukunft ein guter alter Brauch bleibt, der mit ungetrübter Freude ausgeübt werden kann, benötigen auch wir neue Böllerschützen.
Bei Interesse bitte einfach unverbindlich bei uns melden.
boellerkommandant@bavaria-maisach.de
SG „Bavaria" Maisach e.V (gegr. 1874)
Böllergruppe (seit anf. 2001)
