SG "Bavaria" Maisach e.V.
Gegründet 1874 - Immaterielles Kulturerbe (UNESCO)

Böllerschießen

Warum wird geböllert?

Warum:

Historische Hintergründe:
Das Böllern hat eine traditionsreiche und teilweise auch durch alte Chroniken belegte Geschichte. Diese geht bis in das ausgehende 15. Jahrhundert zurück.


Böllerschießen, bairisch-österreichisch auch Prangerschießen, ist eine Tradition, bei der an besonderen Festen und Ereignissen mit speziellen Böllergeräten und Schwarzpulver mindestens ein Knall erzeugt wird


Es galt mit als höchster Achtungserweis, wenn Herrscher und Könige zu Besuch kamen und mit Böllerschüssen empfangen wurden. Auch um rasche und zuverlässige Warnungen zu verbreiten wurde geböllert. So war es noch Anfang des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Teilen der Alpenländer üblich, bei Feuer, Kriegs- oder sonstiger Gefahr von den abgelegenen Gehöften der Bergbauern aus aufmerksam zu machen.

Wann:


Das Böllerschießen findet an besonderen Festtagen statt, zum Beispiel Hochzeiten (Vereinsmitglieder), Kirchweihen, in den Rauhnächten, insbesondere an Heiligabend oder an Neujahr, Ostern und zur Sonnwend.

Dies geschieht, um böse Geister zu vertreiben und die anstehende Zeit mit guten Vorzeichen zu beginnen.

Zum anderen wird auch bei Schützenfesten und bei Beerdigungen von Kriegsveteranen und langjährigen Vereinsmitgliedern in Schützen- und Veteranenvereinen geschossen sowie Ehrensalut für hohe Gäste (Politik, Sport) bei Veranstaltungen.
Zu runden Geburtstagen von langjährig verdienten Vereinsmitglieder.

Am deutschen Volkstrauertag wird der Brauch des Böllerschießens zumeist in süddeutschen Dörfern gepflegt, um somit die Opfer und gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege zu ehren.
Auch zum sakramentalen Segen an den Außenaltären bei Prozessionen zu Fronleichnam oder einer Hagelprozession ist das Böllern in einigen Gegenden üblich.
In vielen Regionen finden zudem jährliche Böllerschützentreffen statt.

Wer:

Das Böllerschießen unterliegt in Deutschland strengen rechtlichen Vorgaben.

Voraussetzungen sind unter anderem:

  • Mindestalter 21 Jahre (Ausnahme möglich ab 18 Jahren)

  • Körperliche und geistige Gesundheit

  • Unbedenklichkeitsbescheinigung des Landratsamtes, Kreisfreie Stadt oder Kreisverwaltungsreferats
  • Bei einem anerkannten Lehrgangsträger den Lehrgang zur Erlangung der Fachkunde erfolgreich abzuschließen; Prüfung vor dem Gewerbeaufsichtsamt.
  • Bedürfnisbescheinigung eines Schützenvereins

  • Erlaubnis nach § 27 Sprengstoffgesetz beantragen.
  • Geprüftes Böllergerät, neue Beschußprüfung alle 5 Jahre 
  • Haftpflichtversicherung über mindestens 1 Mio €.

    • Diese ist bei Vereinen, die dem Bayerischen Sportschützenbund e.V. angeschlossen sind, über die Gruppenversicherung bereits im Verbandsbeitrag für alle Mitglieder enthalten. Aber nur die Ereignisse, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Böllerschießen stehen.
    • Geprüftes Böllergerät, neue Beschußprüfung alle 5 Jahre 
    • Haftpflichtversicherung über mindestens 1 Mio €.

  • Eine private Haftpflichtversicherung ist dessen ungeachtet zwingend erforderlich für die Risiken aus dem privaten Transport von Böllerpulver vom Händler nach Hause und für die Aufbewahrung zuhause.

Für Mitglieder von Vereinen, die dem Bayerischer Sportschützenbund e. V. angeschlossen sind, besteht im Rahmen der Gruppenversicherung Versicherungsschutz für Veranstaltungen im direkten Zusammenhang mit dem Böllerschießen.

Unabhängig davon ist eine private Haftpflichtversicherung erforderlich, insbesondere für den Transport und die Aufbewahrung von Böllerpulver im privaten Bereich.

Kraft, Brauchtum und Gemeinschaft – eine Impression in Zeitlupe.

150 Jahr Feier

Noch zwei Anekdoten zum Schluß:

  • Einer Sage nach probten die Hornberger (Schwarzwald) so lange ihre Böllerschüsse für die Ankunft des Fürsten (wahrscheinlich Eberhard Ludwig 1677-1733), bis ihnen schon vor dem hohen Besuch das Pulver ausging, wodurch sich auch das Sprichwort Das ging aus wie das Hornberger Schießen ..." abgeleitet haben könnte.
  • Früher wurde auch in Berchtesgaden am Königssee geböllert um das „Echo" zu demonstrieren. Erst Luitpold,Prinzregent v. Bayern (geb. 13.03.1821, Regent seit 10.06.1886), hat das Böllern verboten da es sein Wild in seinen Jagdrevieren verstört. Deshalb wurde der Böller durch die Trompete ersetzt.

Damit das Böllerschießen auch in Zukunft ein guter alter Brauch bleibt, der mit ungetrübter Freude ausgeübt werden kann, benötigen auch wir neue Böllerschützen.

Wer noch mehr Informationen haben will, kann sich gern beim BSSB: Externer Link zu Böllerschützen Bayern Informieren !!

Bei Interesse bitte einfach unverbindlich bei uns melden.

boellerkommandant@bavaria-maisach.de

SG „Bavaria" Maisach e.V (gegr. 1874)
Böllergruppe (seit anf. 2001)

Termine:

12.02.26.    Böllerstammtisch 19:30 (mit Trockentraining Zündh.)

09.04. 26    Böllerstammtisch 19:30 (mit Trockentraining Zündh.)

22.05.26    Brauereifest Maisach (Anschießen)

11.06.26     Böllerstammtisch 19:30 (mit Training Pulver)

04.07.26    Saugrillen (Anschießen)

19.09.26    Training m. Pulver 10:00

08.10.26    Böllerstammtisch 19:30 (mit Trockentraining Zündh.)

11.10.26    Sicherheitsschießen Oberweikertshofen

20.12.26.    Weihnachtsfeier Anschießen